Logopädische Praxis 

Dorothee Richter

Behandlungsfelder für Kinder

Die Patienten unserer Praxis sind sowohl im Kindes-, Jugend-, als auch im Erwachsenenalter.

Sprachentwicklungsstörung (SES)

Sprachentwicklungsstörungen (SES) betreffen die Kommunikation, das Sprachverständnis, den Wortschatz und die Laut-, Wort- und Satzbildung. Bei einer SES sind oft mehrere Bereiche gleichzeitig betroffen.


Artikulationsstörungen/Dyslalie
Ihr Kind kann einen oder mehrere Laute nicht korrekt aussprechen! Der Laut wird entweder ausgelassen (z.B. Ose statt Rose) oder ersetzt (Tönig statt König) oder falsch gebildet wie beim klassischen Lispeln der S-Laute.
Betroffen ist dabei in erster Linie die motorische Musterbildung, die nötig ist um den Laut korrekt zu bilden. 

Dysgrammatismus

Ihr Kind hat keinen altersgemäßen Wortschatz, spricht in kurzen und grammatikalisch inkorrekten Sätzen (Bsp. Ich Kindergarten gehe), Artikel werden falsch benutzt oder ausgelassen, Verben können nicht richtig gebeugt werden (ich spielen, du spielen etc.).


Sprachverständnisstörungen
Obwohl Ihr Kind über ein normales Gehör verfügt, versteht es die Bedeutung von vielen Wörtern, Sätzen Anweisungen und Erklärungen nicht, orientiert sich stattdessen an der Mimik und Gestik des Anderen oder dem situativen Zusammenhang und findet so heraus, was gemeint ist und reagiert entsprechend. Daher wird eine Sprachverständnisstörung durch die Eltern oft nicht bemerkt.
In der Schule kann dies zusätzlich zu Störungen im so-genannten Lesesinnverständnis führen.


Störung des Wortschatzes
Passiver Wortschatz, d.h. das Verstehen der Bedeutung der Wörter ist gestört. Wörter wurden noch nicht abgespeichert.
Aktiver Wortschatz, d.h. Benutzung der vorhandenen Wörter.
Eine Störung liegt vor, wenn Ihr Kind mit 2 Jahren noch keine 50 sinnvollen Wörter beherrscht. S. Late Talker


Wortfindungsstörung
Ihrem Kind steht ein bestimmtes Wort, welches es normalerweise beherrscht im aktuellen Gespräch nicht zur Verfügung. Das Wort liegt ihm „auf der Zunge“ und kann aber nicht geäußert werden. Das Kind gerät hierdurch ins Stocken, weicht auf Ersatzstrategien aus oder bricht seinen Versuch der Mitteilung ab.


Phonologische Störungen
Obwohl Ihr Kind z.B. den Laut /K/ mühelos sprechen kann, kommt es immer wieder zu unregelmäßigen Ersetzungen (Tinderdarten statt Kindergarten). Bei Konsonantenverbindungen werden Laute weggelassen (Boot statt Brot). Es hat noch nicht verstanden, dass es durch den Einsatz zu einem Unterschied zwischen „Tasse und Kasse“ kommt.
Eine phonologische Störung sollte abgegrenzt sein von einer sprechmotorischen Artikulationsstörung wie der Dyslalie, kann aber auch kombiniert auftreten.


Störungen der Zentral- auditiven Wahrnehmung und Verarbeitung
Ihr Kind hat Schwierigkeiten bei der auditiven Aufmerksamkeit, Auditives Gedächtnis (Merkfähigkeit) , Dichotisches Hören (trotz Lärmkulisse Sprache wahrzunehmen), Lautdiskrimination (Laute und Wörter vom Hören her zu unterscheiden), Lautheitsempfinden, Richtungshören.
Diese Beeinträchtigungen führen später oft zu einer Lese-Rechtschreibstörung!


Spracherwerbsstörung (Late-Talker)
Ihr Kind ist 2 Jahre alt und hat einen geringeren Wortschatz als 50 Wörter und / oder benutzt keine 2-Wortkombinationen. Es erfolgt keine „Wortschatzexplosion“( = blitzschnelles Lernen von Wörtern“) und das Kind kombiniert diese Wörter nicht zu kleinen Sätzen. Es teilt sich fast ausschließlich über Geräusche, Gestik, Mimik und Blickkontakt mit.


Sprachentwicklungsstörungen bei Zweisprachigkeit
Hier zeigen sich die gleichen Probleme wie bei einer Sprachentwicklungsstörung (ohne Zweisprachigkeit). Oftmals muss zunächst abgewogen werden, ob es sich tatsächlich um eine Sprachentwicklungsstörung handelt (in diesem Fall zeigen sich die Schwierigkeiten auch in der Muttersprache), oder ob es eine reine Wortschatzproblematik in der Zweitsprache ist.


Myofunktionelle Störungen
Aufgrund von Störungen des muskulären Gleichgewichts und des funktionellen Zusammenspiels der Mund- und Geschichtsmuskulatur ( z.B. schlaffe, nach vorn verlagerte Zungenlage, Mundatmung) kommt es zu einem falschen Schluckmuster und Zungenruhelage. Dies kann zu Artikulationsstörungen aber auch zu Zahn- und Kieferfehlstörungen führen.


Verbale Entwicklungsdyspraxie
Hierbei ist die Planung von Sprechbewegungen gestört. Ihr Kind kann Laute nicht gezielt nachsprechen, obwohl es sie im „normalen Gespräch“ mühelos sagen kann.


Stottern
Ihr Kind dehnt Laute, wiederholt Silben und Wörter oder bleibt im Sprachfluss stecken. 
5% aller Kinder haben in ihrer Entwicklung eine Phase in der sie stottern. Der Beginn liegt meist zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr, spätestens jedoch bis zum Alter von 12 Jahren. 
Ungefähr 75% dieser Kinder überwinden ihr Stottern wieder.Eine logopädische Diagnostik mit Beratung und ggf. Therapie ist nötig, wenn das Kind unter seinem veränderten Sprechen leidet, und/oder Zeichen von Anstrengung oder Vermeidung beim Sprechen sichtbar werden.


Poltern
Ihr Kind hat eine erhöhte Sprechgeschwindigkeit, verschluckt Silben und hat dadurch eine schwer verständliche Aussprache. Leidensdruck oder ein Störungsbewusstsein ist bei polternden Kindern nur selten vorhanden.


Sprachentwicklungsstörungen bei geistiger Behinderung
Aufgrund der geistigen Behinderung kommt es zu Verzögerungen und Störungen in der Sprachentwicklung.